Lars Danielsson Liberetto: Echomyr

Echomyr, der Titel des fünften Albums der „Liberetto“-Reihe des schwedischen Kontrabass- und Cellomeisters sowie Komponisten Lars Danielsson, steht für Musik aus dem tiefsten Inneren. „Der Albumtitel ist eine Eigenkreation,“ sagt Danielsson. „Echo beschreibt ein weites Feld von Klang, myr ist ein altes nordisches Wort für ‚Moor‘. Klang aus den Tiefen der Erde, aus dem tiefsten Inneren. Gerade jetzt stellen wir uns die Frage, was uns menschlich und unverwechselbar macht. Danach habe ich mein ganzes Leben lang als Musiker gesucht: nicht einfach etwas zu kopieren, das es schon gibt, sondern etwas zu finden, das aus dem eigenen Herzen und aus einem selbst kommt.“

Mit Echomyr führt Lars Danielsson seinen ganz eigenen musikalischen Weg konsequent fort. Er verbindet die Freiheit, Harmonik und rhythmische Intensität des Jazz mit der Klangkultur seiner klassischen Wurzeln sowie der melodischen Eingängigkeit populärer und folkloristischer Lieder. Danielssons Kompositionen erkennt man sofort. Er ist ein Meister der Melodie und besitzt die Fähigkeit, Komplexes stets einfach und natürlich klingen zu lassen. Früher, erzählt Danielsson, der mit Rock’n’Roll und Free Jazz aufwuchs, habe er oft kompliziert komponiert, um sich hinter dieser Komplexität zu verstecken. Heute sucht er das Gegenteil: Klarheit. „Es ist nicht schwierig, komplizierte Musik zu schreiben. Aber Musik zu schreiben, die Menschen verstehen und die dennoch Persönlichkeit und Tiefe besitzt – das ist eine echte Herausforderung, die ich immer wieder annehme.“

Es ist genau diese Balance aus Tiefgang und Leichtigkeit, die Danielssons Musik so besonders macht – und auf Echomyr erreicht sie eine neue Evolutionsstufe. Für Danielsson sind Kontinuität und Weiterentwicklung wertvoller als die ständige Suche nach spektakulären Konzepten. Mit dem Kern seines „Liberetto“-Quartetts – e.s.t.-Drummer Magnus Öström und dem renommierten britischen Gitarristen John Parricelli – arbeitet er seit über 15 Jahren zusammen. Die Klavierposition hatte zunächst Tigran Hamasyan inne; seit 2017 ist Gregory Privat fester Pianist der Band – mit einer idealen Mischung aus Virtuosität und stets songdienlichem Spiel. Dazu kommen drei Solist*innen, die alle eine große Gesanglichkeit an ihren Instrumenten gemein haben und die Stücke des Albums um ihre „Stimmen“ erweitern: Trompeter Arve Henriksen, Flötist Magnus Lindgren und Carolina Grinne am English Horn.

Beim Komponieren denke er weder an Markt noch an Erfolg, sagt Danielsson. Mit der Zeit sammle sich genügend Material an; dann arbeite er – oft gemeinsam mit seiner Frau und musikalischen Partnerin Cæcilie Norbe und engen Vertrauten seines Labels ACT – an der Dramaturgie, aus der ein Album entsteht, das Menschen berühren kann. Doch selbst dann gehe es ihm nicht darum, zu gefallen, sondern um einen ehrlichen, tief empfundenen Ausdruck. So entstand „Something She Said“, das letzte Stück auf Echomyr, unter dem Eindruck von Nachrichtenbildern aus aktuellen Kriegsgebieten wie Gaza oder der Ukraine. Danielsson reagiert nicht mit Lautstärke oder Wut, sondern mit Nachdenklichkeit und Mitgefühl. Ein Echo aus dem Inneren – ehrlich, klar und zeitlos.

Besetzung:

Lars Danielsson: Kontrabass
Gregory Privat: Klavier
John Parricelli: Gitarre
Magnus Öström: Schlagzeug

Info

20h00 11. avril 2027 Alter Schlachthof Rotenbergplatz 17 4700 Eupen

Lieu

largo
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